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Wohin mit tödlichem Atommüll? ÖDP zum Endlager-Bericht

ÖDP-Experte Prof. Klaus Buchner will europäische Lösung

„Auch wenn die gesetzliche Lage anders ist: Ich würde eine europäische Lösung vorziehen, weil die Chancen umso größer sind, je größer das Gebiet ist, in dem man sucht. Aber eine echte Lösung zu diesem Problem kenne ich nicht - niemand kennt sie zumindest bisher. Denn gesucht hat man schon lange, aber man hat nichts gefunden.“ Mit diesen Worten kommentiert Prof. Dr. Klaus Buchner, ehemaliger Europaabgeordneter, Kernphysiker und Mitglied im Bundesvorstand der ÖDP den Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung. Dieser schließt den lange umstrittenen Standort Gorleben aus. Stattdessen werden 90 andere Regionen in Deutschland als geologisch geeignet bezeichnet, unter anderem auch Standorte in Bayern und Berlin.

„Wir brauchen erst einmal wirklich geeignete Behälter zur Endlagerung. Die Castoren sind ja nur für den Transport gedacht und haben sich auch dabei schon als undicht erwiesen,“ erklärt Prof. Buchner: „Aus diesen neuartigen Behältern darf keine Radioaktivität austreten. Falls die Hitzeentwicklung in den Behältern aber trotzdem dazu führen sollte, dass diese nicht mehr vollkommen abdichten, muss der geologische Standort so beschaffen sein, dass keinerlei Radioaktivität austreten kann.“ Für den bekannten Atomkritiker der ÖDP ist das eine Grundvoraussetzung für eine Notlösung zur Zwischenlagerung in Deutschland. Ein solcher Standort muss aus Sicht von Prof. Buchner sicher gegen Terroranschläge und Kriegseinwirkungen sein.

„Wir müssen in die Zukunft schauen. Wir müssen sicherstellen, das ferngesteuerte Roboter das hochgefährliche Material leicht zurückholen können, wenn wir in Zukunft bessere Lagermöglichkeiten für dieses tödliche Erbe der Stromkonzerne finden sollten,“ gibt Klaus Buchner zu bedenken. „Es genügt nicht, ein Lager für eine Million Jahre zu haben, Plutonium 242 hat eine Halbwertszeit von über 300.000 Jahren, und davon haben wir mehrere Tonnen. 30 Milliardenstel Gramm davon sind tödlich, wenn sie fein verteilt in die Lunge kommen. Das bedeutet, dass wir ein Endlager brauchen, das den Atommüll mehrere Millionen Jahre absolut sicher einschließt.“ Nach Ansicht des ÖDP-Experten war die Suche nach einem Endlager in Deutschland bisher alles andere als transparent. Die ÖDP Bayern befürchtet, dass bei der Standortvorauswahl auch künftig vor allem politische Überlegungen entscheiden und man den gefährlichen Atommüll dort einlagern will, wo der geringste Widerstand aus der Bevölkerung erwartet wird.

„Von Anfang an wurde die Frage nach der Endlagerung des Atommülls verdrängt. Mit das tödlichste Beispiel für das zunehmend verantwortungslose Handeln in Politik und Konzernen. Es zählt der schnelle Profit, Allgemeinwohl und Folgen für künftige Generationen werden ignoriert,“ so der neue ÖDP-Bundesvorsitzende Christian Rechholz.


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